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Forenübersicht » Pfadfinder - Forum » Bundes- und Stammesführung » Qualifikation von Gruppenleitern

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83 Beiträge in diesem Thema (offen) Seiten (6): (1) 2 3 weiter >
Autor
Beitrag
Chrissi ist offline Chrissi  
Qualifikation von Gruppenleitern
255 Beiträge
Chrissi`s alternatives Ego
Hallo allerseits,

bei historischen Recherchen bin ich bereits einmal darauf gestoßen, dass es früher im BDP-Frauenbund klare Qualifikations-Vorgaben für die Zulassung einer Gruppenleiterin gab. U.A. mußte man eine gewisse Zeit als Assistenz einer anerkannten Gruppenleitung gearbeitet haben, ein Gruppenleiterinnen-Kurs mußte absolviert sein, eine Abschluss-Prüfung bestanden werden (!) und es brauchte diverse Empfehlungsschreiben und Zeugnisse aus verschiedenen Federn, um zunächst mal zum Kurs zugelassen zu werden und hinterher tatsächlich arbeiten zu dürfen. Die Damen waren entsprechend stolz, wenn sie ihre "Führerinnen-Anerkennung" endlich erhalten haben. Nur eine anerkannte Pfadfinderführerin durfte selbständig eine Gruppe führen - Ausnahmen wurden m.W. nicht gestattet.

Im November 2007 habe ich nun etwas Ähnliches vom tschechichen Pfadfinderbund gehört, mit sehr ähnlichen Anforderungen. Auch hier ist sowohl der Verband wie auch die anerkannten Führer enorm stolz auf ihr Ausbildungssystem. Zunächst absolviert man einen Kurs (mit Abschlussprüfung) zum Assistenzführer (Mindestalter 16 Jahre bei Abschlussprüfung), dann braucht man zwei Jahre Praxis unter einem anerkannten Führer, dann macht man - aber nur auf Empfehlung seines "Chefs" und der Regionsleitung - einen zweiten Kurs (mit Prüfung), und kann dann selbständiger Gruppenleiter werden.
Diese Vorgaben der Pfadfinder haben dazu geführt, dass es mittlerweile - laut Aussage von tschechichen Pfadfinderführern - gesellschaftlich sehr anerkannt ist, Pfadfinderführer zu sein, weil sich die hohen Anforderungen landesweit herumgesprochen haben und in Presse und Politik wohl häufig als vorbildlich für die Jugendarbeit herausgestellt werden. Das führt nach Aussage meiner Gesprächspartner dazu, dass man als anerkannter Pfadfinderführer bei Bewerbungen in der freien Wirtschaft einen großen Vorteil hat. Es gibt aufgrund dieser Situation im tschechischen Pfadfinderbund angeblich mehr Bewerber für Gruppenleiterkurse als freie Plätze, und folgerichtig einen Überhang an Gruppenleitern (!). Außerdem springen Gruppenleiter angeblich kaum noch ab, sobald sie ihre Anerkennung einmal haben, sondern bleiben dem Verband sehr lange erhalten, weil sie ja auch hart für ihre Anerkennung gearbeitet haben.

Mich würde nun interessieren, wie das bei Euch in Euren Bünden und Verbänden aktuell aussieht. Und zwar interessieren mich nur Regelungen, die tatsächlich irgendwo als "Muss-Regelung" festgeschrieben sind. Der VCP z.B. hat fast überall die "Soll-Regelung", dass alle Gruppenleiter einen Juleica-Kurs absolviert haben sollten, aber das ist kein Muss. Man kann auch ohne Ausbildung Gruppenleiter im VCP werden und bleiben (solange man nicht super negativ auffällt, nämlich).
Konkret will ich wissen, ob es irgendwo eine vergleichbar harte Regelung in Deutschland gibt, und wenn ja, wie die Erfahrungen damit aussehen.

Als zweites würde ich gerne wissen, was ihr dazu denkt - wie findet ihr das tschechische Modell?

Bin mal sehr gespannt.

Grüße, Chrissi




Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zuletzt von dieChrissi am 27.06.2008 - 16:13.
Beitrag vom 27.06.2008 - 16:10
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Koda93 ist offline Koda93  
28 Beiträge
Ich finde das Modell ein ein wenig fragwürdig.
Ich muss sagen, vielleicht auch dadurch das unser Bund bündisch geprägt ist, sollten Führer eher Jugendliche sein.
Ich finde einfach das es einem jungen Mädchen, das sich gerade entwickelt unglaublich viel bringt, wenn es die Erfahrung macht Verantwortung zu übernehmen und eine Gruppe zu leiten.
Außerdem war es für mich immer leichter, mich mit einer Gruppenführerin zu identivizieren, die eben nur 4 Jahre und nicht 8 oder 9 Jahre älter ist als ich.
Natürlich ist es wichtig, das man niemanden mit den Kindern arbeiten läst, der es einfach nciht kann und die gruppe zerstört, aber in der Praxis lernt man besser und durch Fehler lernt man.
Wenn ich aber jemanden kenne, weill er schon seit vielen Jahren in der Gruppe ist und weiß er wird seinen Weg schon gehen und Probleme meistern, dan kann ich ihm doch auch so viel Vertrauen schenken und ihn eine Gruppe leiten lassen. Wenn man Kinder motivieren kann und Kreativ ist, dan hat man schonmal die besten Grundvoraussetzungen, den Rest kann man lernen.

Soweit meine Meining. lachend



In dir muss brennen,
was du in anderen
entzünden willst.
Beitrag vom 27.06.2008 - 17:40
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Leun ist offline Leun  
16 Beiträge
Leun`s alternatives Ego
bei uns bei 'n Royal Rangern muss man um eine gruppe leiten zu dürfen das JLTC ("Jonior Leiter TrainingsCamp") absolviert haben. für stammleiter ist das NTC ("Nationale TrainingsCamp") minnimum. beides sind 4-tägige Lager auf denen man facetten der leitung, praktische pfadfinderei und die rechtlichen aspecte lernt. das JLTC darf man im alter von 14 bis 18 jahren und das NTC ab 18 jahren besuchen. als erweiterung ist jeweils das JLTT("Junior Leiter TrainingsTrail") bzw. das NTT ("Nationales TrainingsTrail") möglich. für alle 4 außbildungsmaßnahmen braucht man eine empfehlung seines sammleiters und pastors um zugelassen zu werden.
Beitrag vom 27.06.2008 - 18:17
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sadarji ist offline sadarji  
Administrator
4028 Beiträge
sadarji`s alternatives Ego
Dazu muss man sagen, dass der BDPw eine WAGGGS-Gründung war und anders als der größere BDP keine Wurzeln in der dt. Jugendbewegung hatte. Die Mitgliederinnen des BDPw waren daher immer mindestens 150% auf der Linie des Weltverbandes. Nach dem Zusammengehen mit dem "Bund der Pfadfinder" ca. 1976 hatten sich die BDPw Mitglieder immer sehr schwer getan mit dem bündischen Stil, den es in vielen Gruppen im BdP bis heute gibt.
Die ehemaligen BDPw Mitglieder, die es vereinzelt noch heute im BdP gibt gehören zu den eifrigsten Gegnern jeder Art von Zusammenarbeit mit den bösen sog. nichtanerkannten Bünden.



Planung ist der Ersatz des Zufalls durch den Irrtum.
>>Neuer Spendenaufruf für das neue Haus am Hohe...rähen<<

Ich werfe in schwarz Nebelkerzen und moderiere in rot
Viatores sumus quod Patres nostres margine viae sepulti sunt.
Beitrag vom 27.06.2008 - 18:19
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Chrissi ist offline Chrissi  
RE:
255 Beiträge
Chrissi`s alternatives Ego
Zitat
Original geschrieben von sadarji
Dazu muss man sagen, dass der BDPw eine WAGGGS-Gründung war und anders als der größere BDP keine Wurzeln in der dt. Jugendbewegung hatte.



Schon klar. Die Tschechen geraten sicher auch nicht in Verdacht, bündische Wurzeln zu haben.zwinkern

Mir geht es bei der Frage nach Eurer Meinung zu dem Modell auch nur um die Frage, was Ihr davon haltet, dass eine Führerausbildung und -prüfung (!) verbindlich vorgeschrieben ist. Das setzt überprüfbare Qualitätskriterien voraus.

Dass die Führungskräfte im tschechischen Modell etwa zwei Jahre älter sind als im bündischen Durchschnitt ist nicht der Punkt. Die fangen ja auch schon mit 16 Jahren als Assistenzgruppenleiter an, und ähnlich war es wohl auch beim BDPw. Es geht mir eigentlich nur um den Aspekt der verpflichtenden Ausbildung und der dahintersteckenden Standards.

Findet Ihr das gut oder schlecht?
Wie sieht's denn hier mit der Zustimmung zu der ur-jugendbewegten Aussage aus, dass man "Führer nicht ausbilden kann, die müssen geboren werden"? Die ist ja nun auch nicht unumstritten.

Zitat
Original geschrieben von Leun
bei uns bei 'n Royal Rangern muss man um eine gruppe leiten zu dürfen das JLTC ("Jonior Leiter TrainingsCamp") absolviert haben. für stammleiter ist das NTC ("Nationale TrainingsCamp") minnimum.



Das geht ja schon mal in die Richtung. Gibt es da dann auch eine Prüfung? Und wie sind die Kurse angesehen? Werden die eher als lästige Pflicht, als wichtiges Angebot oder als Herausforderung empfunden? Wie sind die Absolventen dieser Kurse angesehen? Bedeutet das eine Leistung oder "hat man halt den Kurs gemacht", weil man muss?


Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zuletzt von dieChrissi am 27.06.2008 - 21:41.
Beitrag vom 27.06.2008 - 21:32
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Neko ist offline Neko  
795 Beiträge
Neko`s alternatives Ego
Ich finde die Idee sehr gut, denn ich denke, das Ansehen der Pfadfinder (zumindest der scoutistischen) steigt damit international an.
Ich bin ja auch als Scoutist unterwegs, und an solchen Ausbildungen wachsen die, die sie durchlaufen, und vielleicht bzw. hoffentlich kommt man damit wieder näher an die Weltbünde, die für mich die Idee des Pfadfinders ausmachen.

GP,

Neko



Mal mir ein Schaf...!

Als meine Sippe existiert Ihr nicht mehr. Meine Gedanken und Gebete aber werden ewig bei Euch sein.
Beitrag vom 27.06.2008 - 21:42
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exil-dpsgler ist offline exil-dpsgler  
34 Beiträge
In England gibt es sowas auch. Erst muss jeder Jugend-Leiter und Hilfsleiter einen Polizeicheck durchführen. Da muss man ein 4 seitiges Formular ausfüllen mit allen möglichen Daten wie z.b, wo man die letzten 5 Jahre überall gewohnt hat, ein Familienmitglied oder freund der einen mind so und soviele jahre kennt angeben, das Bankkonto, und noch ne ganze menge mehr kruschd.

Um dann aber selbstständig eine Gruppe leiten zu dürfen muss man eine art Woodbadge Kurs machen, kann mich grad nicht mehr daran erinnern wie das heisst, ansonsten ist es, glaub ich zumindest, illegal eine gruppe zu leiten. Als Hilfsleiter muss man das nicht haben. Was genau die voraussetzungen hierfür sind weiss ich grad auch nicht aus dem FF, aber werd mal versuchen mich mehr schlau zu machen falls interesse besteht.



DPSG Stamm Weisse Rose, Biberach/Riss
since 1937
visit: www.DPSG-Biberach.de


Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zuletzt von exil-dpsgler am 28.06.2008 - 01:10.
Beitrag vom 28.06.2008 - 00:50
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Storch ist offline Storch  
434 Beiträge
Storch`s alternatives Ego
Ich habe nchts gegen ein durchdachtes Ausbildungskonzept und lege auch sehr viel Wert auf das unsrige dreistufige. Allerdings ist es kein Beinbruch, wenn man aus berechtigten Gründen an einem Teil nicht dabeisein kann (wobei der zehntägige Kernkurs schon einen besonderen Stellenwert genießt). Ein zu starres Sytem in dem es zentrale Vorgaben und Prüfungen in bestimmten Bereichen gibt halte ich aber dennoch für kontraproduktiv. Ein Gruppenführer wird immer bestimmte Schwächen haben, an denen er zwar arbeten kann, sie aber nie loswird. Ich verlasse mich leiber drauaf, zukünftige Gruppenführer in erster Linie individuell durch die Stammesführunng und das Schulungsteam zu beurteilen.
Beitrag vom 28.06.2008 - 01:54
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HathiCP ist offline HathiCP  
Moderator
3846 Beiträge
Ich habe jetzt einen Abend übr das System, wie von chrissi dargestellt, nachgedacht und bin eigentlich ein totaler Fan davon. Die einzelenen Kritereien sollte man nochmals überdenken, daber die Verbindlichkeit und das spätere "man hat was davon" halte ich für eine sehr gute Sache.

Das Problem liegt eher in den Kursmannschaften, um die Qualität gleichmäßig durchzuziehen brauchst du eine Gruppe Ältere die das über Jahre machen und koordinieren. Gehe ich mal von mir aus, so ist schon jedes Jahr ein Sippenführerkurs, ab- und an ein Stammesführerkurs ein echter Aufwand, den es "nebenher" zu bewältigen gibt.
Aber Abseits aller Bedenken, gibt es für eine Gruppierung nichts besseres als gut geschultes Führungspersonal und wenn es dann auch so gut ist, daß es auch noch gesellschaftlich anerkannt wird -umso besser!



Mir roichts, dass i woiß, dass i kennt, wenn i wed!
Beitrag vom 28.06.2008 - 08:03
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Karsten L. ist offline Karsten L.  
Dänemark
238 Beiträge
Karsten L.`s alternatives Ego
Ich weiß, dass in Dänemark einem Jugendgruppenleiter ein Teil seines (pädagogischen) Studiums erlassen werden kann, wenn er entsprechende Nachweise der Tätigkeit erbringt. Insofern wird die Arbeit nicht nur ideell, sondern eben auch konkret spürbar anerkannt. Allerdings kann ich nichts zu evtl. Ausbildungsvoraussetzungen sagen.
Ansonsten schließe ich mich Hathis Sichtweise an.


Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zuletzt von Karsten L. am 28.06.2008 - 09:18.
Beitrag vom 28.06.2008 - 09:18
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George ist offline George  
89 Beiträge
Für die DPSG hat die Bundesversammlung 2004 eine verbindliche Ausbildungsordnung beschlossen.

Diesem Beschluss ist eine mehrjährige Debatte voraus gegangen, den Wildwuchs in der Ausbildung von Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern, der sich in den letzten 30-40 Jahren eingeschlichen hatte, zu vereinheitlichen. Dieser Wildwuchs hatte u.a. auch das Problem, dass Ausbildungsverantstaltungen kaum wahrgenommen wurden.

Die Ausbildung von Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern in der DPSG ist in ihrem größten Teil praxisbegleitend; dies ist wesentlicher Unterschied zu den Konzepten, die einen möglichst großen Anteil oder gar die komplette Ausbildung vor die Aufnahme einer Tätigkeit legen.

Die Ausbildung gliedert sich in 3 Teile:
Zunächst eine Einführung und die Grundlagen zur Durchführung von Gruppenstunden und Unternehmungen auf Stammesebene, für die die Stammesvorstände verantwortlich sind.
Darüber sind die Bezirksvorstände dafür verantwortlich, dass auf Bezirksebene die bundesweit vereinheitlichten Modulbausteine zu Inhalten wie Teamarbeit, Pädagogik der DPSG, Koedukation, Pfadfinderische Methode, Geschichte und Hintergründe, Haftung/Versicherung/Aufsichtspflicht, Erste Hilfe, Organisation von Lagern und Fahrten oder Pfadfindertechniken im Umfang von 48 Stunden angeboten werden. Da die Inhalte vereinheitlicht sind, kann jeder auch Modulbausteine im Nachbrabezirk oder der Nachbardiözese besuchen, falls im eigenen Bezirk gerade nichts angeboten wird.
Den Abschluss bildet der einwöchige Woodbadge-Kurs auf Regionsebene, der von mehreren Diözesanverbänden in Kooperation angeboten wird. Nach der Abschlussarbeit wird dann das Woodbadge verliehen.

Wen Details interessieren: http://www.dpsg.de/aktivdabei/ausbildung/

Die Stammesvorstände sind dafür verantwortlich, dass die von ihnen eingesetzten Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter die Ausbildungsveranstaltungen besuchen.

Und damit sind wir bei einem nicht lösbaren Problem: Wir bewegen uns auf dem Feld der Ehrenamtlichkeit. Kein Gruppenleiter erhält für seine Tätigkeit ein Entgeld, wodurch er zu etwas zwangsverpflichtet werden könnte. Ob ein Stammesvorstand einen Gruppenleiter, der nicht an Ausbildungsveranstaltungen teilnimmt, wieder entlässt, ist bei dem Gruppenleitermangel, der in den meisten Stämmen herrscht, unwahrscheinlich. Mir ist zumindest kein derartiger Fall bekannt. Dennoch hat sich die Einführung der bundeseinheitlichen Ausbildungsordnung bewährt, da insbesondere im Ausbildungsbereich vor dem Wochenkurs die Quote der ausgebildeten Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter deutlich angestiegen ist, was beweist, dass die überwiegende Mehrzahl der Leitungen und Vorstände die Ansprüche der Ausbildungsordnung ernst nehmen.



Ciao + GP
George

"Verlaßt die Welt ein bischen besser als ihr sie vorgefunden habt."
Beitrag vom 28.06.2008 - 13:05
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Chrissi ist offline Chrissi  
RE:
255 Beiträge
Chrissi`s alternatives Ego
Zitat
Original geschrieben von George
Die Stammesvorstände sind dafür verantwortlich, dass die von ihnen eingesetzten Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter die Ausbildungsveranstaltungen besuchen.



Das ist im VCP in der Theorie genau so. Alle Gruppenleiter sollen zumindest einen Kurs absolviert haben, der die Juleica-Qualifikationen erfüllt. Der wird bei uns entweder - je näch Ländergröße - auf Landes- oder Bezirksebene angeboten. Idealerweise machen die Gruppenleiter dann mit Aufbaukursen weiter, die auf Landes- und Bundesebene stattfinden, bis hin zum Woodbadgekurs. Soweit die Theorie und der Anspruch. Aber jetzt kommt die gleiche Einschränkung:

Zitat
Original geschrieben von George Wir bewegen uns auf dem Feld der Ehrenamtlichkeit. Kein Gruppenleiter erhält für seine Tätigkeit ein Entgeld, wodurch er zu etwas zwangsverpflichtet werden könnte. Ob ein Stammesvorstand einen Gruppenleiter, der nicht an Ausbildungsveranstaltungen teilnimmt, wieder entlässt, ist bei dem Gruppenleitermangel, der in den meisten Stämmen herrscht, unwahrscheinlich. Mir ist zumindest kein derartiger Fall bekannt.



Und genau das faszinierte mich so an den tschechischen Ausführungen - dass die nämlich angeblich WEGEN ihrer harten Anforderungen keinen Gruppenleitermangel haben, weil diese Anforderungen das Renomee des Gruppenleiterseins angeblich so hoch treiben, dass dieser Job plötzlich begehrt wird. Allein schon zum Gruppenleiter-Kurs zugelassen zu werden wird als Auszeichnung empfunden.
Und dabei arbeiten auch die Tschechen völlig ehrenamtlich!

Ich sollte dabei vielleicht erwähnen, dass ich das Gespräch mit den Tschechen auf einer WAGGGS-Europe-Veranstaltung geführt habe. Alle anderen dort vertretenen Länder jammerten über ihre Probleme bei Gruppenleiterrekrutierung und Ausbildung - die Probleme, die DPSG und VCP in Deutschland mit dem Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit haben, sind auch anderswo in Europa dieselben. Dennoch haben alle Verbände, die wegen ihres Gruppenleitermangels auch unausgebildete Gruppenleiter - zumindest vorläufig - zulassen, hinterher immer noch Gruppenleitermangel. Was im Übrigen auch für die Verbände gilt, die zwar einen verbindlichen Kursbesuch voraussetzen, aber weder hinterher das erworbene Wissen überprüfen noch eine "Probezeit" vorsehen, wie die Tschechen das handhaben.

Wir waren alle total fasziniert und verblüfft, als die Tschechen ihr Modell vorstellten. Die Sache mit der Abschlussprüfung und der anschließenden "Probezeit" von zwei Jahren fanden wir alle richtig knackig - das ist einfach kein Standard und eine ungewohnte Idee.
Ich frage mich seitdem, ob sich so etwas auch bei uns vernünftig umsetzen ließe - und vor allem, ob das auch eine Chance hätte, dasselbe gesellschaftliche Renomee für unsere Gruppenleiter einzufahren, wie das angeblich in der Tschechei der Fall ist. Oder sind bei uns die gesellschaftlichen und verbandlichen Voraussetzungen einfach komplett anders? Hätte ein solches System in der deutschen Pfadfinderarbeit überhaupt eine Chance auf Akzeptanz? Ich weiß es einfach nicht. Aber die Idee läßt mich nicht mehr so richtig los.
Beitrag vom 28.06.2008 - 14:03
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George ist offline George  
RE: RE:
89 Beiträge
Zitat
Original geschrieben von dieChrissi

Und genau das faszinierte mich so an den tschechischen Ausführungen - dass die nämlich angeblich WEGEN ihrer harten Anforderungen keinen Gruppenleitermangel haben, weil diese Anforderungen das Renomee des Gruppenleiterseins angeblich so hoch treiben, dass dieser Job plötzlich begehrt wird. Allein schon zum Gruppenleiter-Kurs zugelassen zu werden wird als Auszeichnung empfunden.



Das deckt sich durchaus mit den Erfahrungen in der DPSG: In den Jahren vor der Einführung der verbindlichen Ausbildungsordnung hat jeder Stamm, jeder Bezirk und jeder Diözesanverband vor sich hin geausbildert, häufig vom Niveau her auch deutlich unter den jetzigen Ansprüchen. In der langen Diskussion bis zur Einführung der verbindlichen Ausbildungsordnung gab es jede Menge Bedenken, bezüglich der gestiegenen Anforderungen und hinsichtlich nun überhaupt auch klare Forderungen zu formulieren. Viele Bedenkenträger sahen schon die DPSG dahinschwinden. Und siehe da: Nach der neuen Ausbildungsordnung ist der Gruppenleitermangel zwar nicht beseitigt, aber es hat auch keine Flucht vor der Anforderung statt gefunden, die Ausbildung ist verbindlicher geworden und wird von anteilig mehr Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern besucht. An "Fordern und Fördern" ist offensichtlich doch etwas dran.



Ciao + GP
George

"Verlaßt die Welt ein bischen besser als ihr sie vorgefunden habt."
Beitrag vom 28.06.2008 - 15:26
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moggeCP ist offline moggeCP  
2771 Beiträge
moggeCP`s alternatives Ego
Ich könnte mir vorstellen, dass gerade die (verbindliche) Teilnahme von erfahrenen Stammes(...)führern an einem Woodbadgekurs sich postiv auf ihren Führungsstil auswirken könnte - sie haben zu dem Zeitpunkt der WD-Schulung schon einiges an Erfahrung in der Fürhung von Menschen und sind dann quasi gewungen, ihre bisherige Arbeit pädagogisch zu reflektieren. Außerdem lernen sie neue Facetten kennen und gehen im Idealfall positiv gestärkt und motiviert aus dem Kurs wieder heim zu ihrem Stamm und bleiben (hoffentlich) ihrem Bund/Verband länger als aktive erhalten.
Ich meine, in der DPSG wird das auch so gehandhabt (dass Stammesvorstände dort am WB II Kurs teilgenommen haben *müssen*).



Erkenntnis nach einigen Jahren im PT: "Schuld haben grundsätzlich die anderen!" ;-)
Beitrag vom 28.06.2008 - 17:31
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Neko ist offline Neko  
795 Beiträge
Neko`s alternatives Ego
an dasselbe, gesellschaftliche Renomee mag ich irgendwie nicht glauben.
Dazu ist der Ruf von Pfadfindern hier in Deutschland einfach ein anderer als der von den Scouts in den meisten, anderen Ländern.




Mal mir ein Schaf...!

Als meine Sippe existiert Ihr nicht mehr. Meine Gedanken und Gebete aber werden ewig bei Euch sein.
Beitrag vom 28.06.2008 - 17:32
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