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Mir gefällt das alles nicht besonders. Zum einen sind da die Argumente, die mogge genannt hat. Kann ich mit ein paar Abstrichen unterschreiben (die Bekenntnisfrage finde ich eher nachrangig. Das läßt sich in der Kirchenordnung schon irgendwie regeln; daß die Pommern uniert sind, war mir bislang gar nicht präsent. Schließlich haben sie immerhin einen Bischof und sind nach Luthers gutem Freund Dr. Pomeranus benannt). Dazu kommt, daß Macklenburg und Vorpommern sich manchmal zueinander ähnlich verhalten wie Holstein und Schleswig, Westfalen und das Rheinland, Feuer und Wasser oder was man sonst so an Beispielen bemühen will. Mir haben schon viele Nordelbier gesagt, der eindrucksvollste Beweis für die Existenz Gottes sei, daß Regionen mit so unterschiedlicher Tradition wie Schleswig und Holstein es in einer gemeinsamen Kirche halbwegs miteinander aushielten. Weiterhin gutgehen dürfte das wohl am ehesten, wenn die Kirchen aus MV nach der Fusion möglichst die Klappe halten. Ob das Zweck der Übung ist?
Aber am allerwenigsten schmeckt mir, daß einige Landeskirchen jetzt anfangen, genau das zu tun, was die EKD von ihnen erwartet, nämlich fleißig fusionieren und damit ein gutes Stück Vielfalt aufzugeben. Diese Fusionen machen die Landeskirchen ja gegenüber der sich selbst dafür haltenden Zentrale nicht stärker, eher im Gegenteil. Je weniger Landeskirchen mit eigenem Profil und eigener Kirchenleitung im Konzert mitspielen, desto besser können Wolfgang Huber und seine Gefolgsleute in Hannover durchregieren. Wie das eines Tages aussehen soll, kann man in dem 2006 veröffentlichten Impulspapier Kirche der Freiheit studieren. Solcher Zentralismus ist mir ziemlich zuwider, und unevangelisch ist er sowieso.
Das Hauptargument für die Fusionen, das ich immer wieder höre, ist das liebe Geld, also der Bürokratieabbau. Den kann man aber auch ohne Fusion haben. Gerade in kleinen Landeskirchen lassen sich manche administrativen Aufgaben auf die Ebene der Kirchenkreise verlagern, also dorthin, wo man einander kennt und wo es z.B. gute Möglichkeiten gibt, Ehrenamtliche in diese Arbeiten einzubinden. Aus Pommern, wo meine Tante lange Jahre Synodale war, kenne ich das so. Dort war man ja zu DDR-Zeiten direkt auf dieses Engagement der kirchlichen Basis angewiesen. Mir ist schleierhaft, warum das auf einmal nicht mehr funktionieren soll und warum man davon nicht auch bei uns im Westen ein wenig lernen kann.
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"Geben ist seliger denn Nehmen."
(Max Schmeling) |
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| Beitrag vom 22.03.2009 - 15:41 |
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